„Familienhaus“ statt „Gemeindehaus mit Kindergarten“



Inzwischen haben es schon viele gehört: rund um unser Martin-Luther-Gemeindehaus im Anton-Buhl-Weg soll sich etwas tun. Schon mehrfach wurde beim Gemeindefest, im Rahmen des freiwilligen Gemeindebeitrags und bei normalen Sonntagopfern um Spenden für das „Familienhaus Martin-Luther“ gebeten.
Im Folgenden möchten wir noch einmal in Erinnerung rufen, wie es zu der laufenden Entwicklung gekommen ist, und den derzeitigen Stand der Dinge schildern.
Seit einigen Jahren ist klar: es muss etwas geschehen mit dem Martin-Luther-Gemeindehaus. Es ist in die Jahre gekommen. Reparaturen häufen sich. Immer wieder läuft Wasser durch das Flachdach. Experten mussten feststellen, dass eine grundlegende Renovierung unumgänglich ist. Die Kosten hierfür würden sich im oberen sechsstelligen Bereich bewegen, allerdings mit der Option im Laufe der Bauarbeiten noch weiter nach oben zu gehen, je nachdem welche Schäden sich während der laufenden Renovierung erst noch zeigen würden. Schnell war klar: diese hohen Kosten sind für die Kirchengemeinde so nicht finanzierbar.
Ungefähr zur gleichen Zeit kam von der Stadt Rottenburg die dringende Bitte, eine dritte Kindergartengruppe für Kinder unter drei Jahren einzurichten. Gerne kamen wir als Evangelische Kirchengemeinde dieser Bitte nach. Die Folge war allerdings, dass Räume, die bisher der Gemeindearbeit dienten, seither durch den Kindergarten belegt sind.
Der Kirchengemeinderat kam dann nach fachkundiger Beratung zum Ergebnis: es kommt die Kirchengemeinde mittelfristig günstiger, das Haus - mit Ausnahme des 1987 errichteten Anbaus - neu zu bauen - und gleichzeitig zusätzliche Räume für die Gemeindearbeit mit zu errichten.
Der Neubau wird zweistöckig und damit wesentlich kompakter sein als das bisherige Gebäude. Dadurch können zum einen die laufenden Betriebskosten erheblich gesenkt werden. Zum andern wird so Grundfläche frei, die als Bauplatz verkauft werden soll. Der Verkaufserlös finanziert den Neubau wesentlich mit.
Weiter beschloss der Kirchengemeinderat, dass für das neue Haus auch ein neues Nutzungskonzept gelten soll. Es soll kein weiteres Gemeindehaus werden. Die Gemeindearbeit mit all ihren Facetten findet in unserem Gemeindezentrum in der Kirchgasse statt, das seit 2005 zum Herzstück unseres Gemeindelebens geworden ist.
Das neue Haus soll ein Haus für die Familie sein. Im Erdgeschoss soll eine dreigruppige Kindertagesstätte ihren Platz finden. Darüber wird es Räume für Beratungsangebote aller Art für Familien geben. Es soll Begegnungsmöglichkeiten für Alt und Jung eröffnen. Weiter sollen Konfirmandenunterricht, Jungschar und der "Sonntag-Morgen-Gottesdienst" dort möglich sein.
In der Zwischenzeit brachte die Bundesregierung das sogenannte "Konjunkturpaket zwei" auf die Wege. Es ergab sich die Möglichkeit, die energetische Sanierung des 1987 erfolgten Anbaus, der ja bestehen bleiben soll, mit Mitteln aus diesem Konjunkturpaket zu subventionieren.
Der aktuelle Stand der Dinge sieht jetzt so aus:
Im ersten Halbjahr des Jahres 2010 wird voraussichtlich der Anbau von 1987 energetisch saniert. Dies kann nach Auskunft des Architekturbüros und der Handwerker parallel zum Kindergartenbetrieb erfolgen.
Im Blick auf den Neubau des Restgebäudes müssen wir noch die Beschlüsse der Stadt Rottenburg abwarten. Da der Kindergartenbetrieb quasi im Auftrag der Stadt erfolgt, ist die Stadt verpflichtet, die Baumaßnahme stark mit zu finanzieren. Durch die wirtschaftliche Gesamtsituation ist das für die Stadt zur Zeit aber gar nicht so einfach. Wir hoffen allerdings, dass wir im Jahr 2011 oder spätestens 2012 den Neubau beginnen können.
Und wir hoffen, dass bis dahin keine weiteren Schäden am bestehende Gebäude auftreten, die den Kindergartenbetrieb verunmöglichen und sämtliche Planungen durchkreuzen würden.
Es wäre schön, wenn wir Sie für die neuen Ideen begeistern können, Sie mit uns diesen Weg gehen und uns dabei unterstützen. Wir laden Sie herzlich dazu ein!
Für den Kirchengemeinderat
Heide Mattheis und Jürgen Huber.