40 Jahre Stettener Tag

 

Liebe Stettener Freunde,
liebe Rottenburger Gastfamilien,
liebe Gottesdienstbesucher,

seit Beginn der Begegnungen von Rottenburgern und Stettenern ist unsere Familie mit dabei und deshalb wurde ich von Pfarrer Köhrer gebeten, hier ein Grußwort zu sagen.

Als vor 40 Jahren Pfarrer Bilger und seine Frau nach Rotteburg kamen, ermutigte er uns, mit Stetten einen Kontakt herzustellen. Er erzählte uns so begeistert von seinen Begegnungen mit Stetten und Frau Landmesser, dass wir uns als Gemeinde entschlossen haben, das Johanitterhaus zu besuchen. Wir waren junge Familien und fuhren mit dem Bus zuerst zur Firma Ritter, um Schokolade als Mitbringesel zu kaufen, und dann nach Stetten; unsere Kinder stürmten aus dem Bus, und der Empfang war so herzlic und natürlich, als ob wir uns schon lange kennen würden.

Dann seid Ihr, liebe Stettener, zu uns nach Rottenburg gekommen, Jahr um Jahr, und wir haben uns immer auf diesen Tag gefreut. Der Mittelpunkt war stets der Gottesdienst, dann ging’s ans Verteilen in die Familien, Frau Ulmer machte sich immer viel Mühe, und wer übrig blieb, ging mit zu Familie Geiger auf den Heuberger Hof. In den Familien gab’s oft das Lieblingsessen der Stettener Gäste, und nachmittags wurden wir alle mit Kuchen beim gemeinsamen Kaffeetrinken verwöhnt. Viele Jahre war der Treffe das Gemeindehaus „Klösterle“, später waren wir im Gemeindehaus in Wurmlingen und in den letzten Jahren im Neubau neben der Kirche.

Besonders will ich heute an Frau Landmesser denken, eine sehr intelligente, kreative Leiterin, die jahrelang die Verbindung der Evang. Kirchengemeinde und dem Johanitterhaus Stetten gepflegt hat. Nach dem Ruhestand von Frau Landmesser war ein häufiger Wechsel bei den Betreuern, besonders engagiert haben sich Herr Gottschlich und Frau Eleonore Schmid. Frau Schmid ist längst im Ruhestand, aber sie kommt immer noch mit nach Rottenburg.

40 Jahre, die Evang. Gemeinde wurde größer und unsere Stettener Freunde mussten sich immer wieder an neue Pfarrer, Vikare und Pfarrerinnen gewöhnen. In besonderer Weise von den Stettener Freunden wurden geliebt und verehrt: Herr und Frau Bilger, Herr und Frau Seils, später die Pfarrer Wagner und Speck und Pfarrer Pfrommer. Pfarrer Pfrommer war der Prinz im „Dornröschen“-Spiel, daran können sich noch viele erinnern. Musikalisch wurde der Nachmittag gestaltet von Frau Metz und später mit Herrn Fäßler.

Für die Nachmittage überlegten wir uns immer etwas Besonderes:
- eine Bootsfahrt auf dem Neckar
- ein Schatten-Spiel
- einen Spaziergang oder eine Autofahrt
- die Vorführung eines Zauberers
- die Vogel-Hochzeit mit verkleideten Vögeln
- ein Suchspiel mit echten Bienenkörben
- Sitz-Spiele mit Frau Merker-Ankermann ...
und zum Abschluss eine Polonaise und das Liebe „Kein schöner Land ...“.

Jeder Stettener Tag war harmonisch und alle haben zusammengeholfen, auch bei der Suche nach Nicole, als wir sogar die Polizei mit Hubschrauber zur Hilfe holten. Aber es ging alles gut aus.

Es gäbe vieles zu erzählen, was die Stettener mit den Rottenburgern Familien erlebt haben, stellvertretend für alle will ich die Familien Kroll, Drews, Bachteler, Ulmer, Schmid, Rauscher, Amos, Helferstorfer, Schörle, Bertsch, Schellberg, Tjhen, Kaiser, Wittemann und viele andere mehr nennen.

Von den Stettener Gästen aus unserer Familie will ich kurz erzählen und bitte Christel Koviak und Dorothea Kumpf vorzukommen.
Im Laufe der Jahre waren es nicht mehr unsere Gäste, sondern unsere Freunde. Edith Prusseit, Helga, Alice, später Edith Orth und Christel Koviak kamen immer zu uns und erlebten die Veränderungen in unserer Familie. Christel hat unsere Tochter Dorothea als 4-jähriges Mädchen kennengelernt, hat später mit ihrem Hasen, dann ihrer Schildkröte gespielt, hat sie als Studentin in ihrem Zimmer besucht, und als Dorothea eine eigene Familie hatte, sagte unsere Tochter, ab jetzt kommt Christel immer zu mir.
Da Christel viel von Pflanzen versteht, haben die beiden die Pflanzkübel von Dorothea eingepflanzt, und der Hund „Max“ wird von Christel besonders gern gestreichelt.
Und heute ist ein besonderer Tag: Christel hat nämlich Geburtstag, und das hat Dorothea nie vergessen. Wenn ich es richtig weiß, wird Christel heute 60 Jahre alt.
Wir alle gratulieren Christel sehr herzlich, wünschen ihr alles Gute und Gottes Segen. Und diesen Segen will ich auch Euch allen weitergeben, an Euch, Ihr lieben Stettener Freunde, und an uns alle hier in der Kirche mit dem Liedvers:


“Herr, wir bitten, komm und segne uns,
lege auf uns deinen Frieden,
segnend halte Hände über uns,
rühr uns an mit deiner Kraft.“

 

Elisabeth Kumpf