Advent

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
der Jahreskreis der christlichen Feste, das so genannte Kirchenjahr, beginnt vier Wochen vor Weihnachten. Ein neues Jahr des Glaubens legt uns Gott vor die Füße und ins Herz.
Dieses neue Jahr beginnt mit einer Vorbereitungszeit. Vor das erste große Fest – Weihnachten – ist eine Zeit der Einstimmung gesetzt, in der früher sogar gefastet wurde. Die Adventszeit ist Bußzeit. In unserer Kirche erinnern das Altar- und das Kanzeltuch in der Farbe Violett noch daran.
Die Menschen sollten sich innerlich einstimmen können auf das, was kommt. Advent heißt ursprünglich (lateinisch) Ankunft: Gott kommt auf die Erde als Kind, als Mensch bei uns.
Nun ist das bei den Festen im Kirchenjahr immer so, dass große Feste eine Vorbereitungszeit haben. Wir sollen innerlich nachkommen können. Wir sollen Zeit bekommen, umzuschalten, uns einzustimmen und innezuhalten.
Darin entdecke ich eine große Lebensweisheit und etwas Lebenswichtiges: Langsam werden, sich einstellen und offen werden für das Neue – das kommt in unserer Welt meistens zu kurz. Doch es ist so: Entwicklungen brauchen ihre Zeit und Veränderungen dauern.
Alles im Leben braucht eine Wartezeit, einen Vorgeschmack. Die Adventszeit hilft uns, das zu erinnern. Wenn Gott ankommen soll in der Welt und in unserem Leben, dann braucht das Vorlaufzeit.
Die Adventszeit lädt ein, mich zu fragen: Worauf warte ich eigentlich in meinem Leben? Was erwarte ich für unsere Welt?  Und wie prägt meine Hoffnung meinen Alltag?
Gott segne Ihr Warten und Hoffen in dieser Adventszeit!
Mit adventlichen Grüßen
Ihre Pfarrerin
Andrea Frank