Buße

Liebe Leserinnen und Leser,
für den christlichen Glauben ist "Buße" etwas sehr Wichtiges und Grundlegendes. Allerdings ist für viele Menschen das Wort "Buße" fremd geworden. Ja, es hat in unseren Ohren einen negativen Klang.
"Buße" - da denken wir an die Geldbuße, die einer entrichten muss, weil er zu schnell gefahren ist. Wenn einer etwas falsch gemacht hat, dann soll er ein „Büßergewand“ anziehen. Oder das Wort erklingt in dem bitterbösen Ausruf: „Das wirst du mir büßen!“
„Buße“ hat so die Bedeutung „Strafe“ oder gar „Rache“ bekommen. Auf jeden Fall etwas Unangenehmes, etwas Bedrückendes.
Aber in seinem ursprünglichen biblischen Sinn ist Buße etwas Schönes. Etwas, was mich frei und glücklich macht.
Das kommt in dem Satz zum Ausdruck, den die Älteren als Konfirmanden noch auswendig gelernt haben: „Buße tun heißt umkehren in die offenen Arme Gottes.“
Das ist ein schönes Bild: Umkehren in die offenen Arme Gottes.
Es ist das Bild von einem Kind, das etwas falsch gemacht hat. Es schämt sich. Es wendet sich mit dem Rücken der Mutter zu. Aber plötzlich spürt es: Die Liebe der Mutter ist größer als das, was ich falsch gemacht habe. Ich brauche mich vor ihr nicht zu schämen. Es dreht sich um und läuft der Mutter in die offenen Arme hinein. Und hier, in den Armen der Mutter, da kann das Kind alles loswerden und ausweinen: den Schmerz, das schlechte Gewissen, die Schuldgefühle, die Scham und was es sonst noch belastet und beschwert.
Das ist Buße: Umkehren in die offenen Arme Gottes. Bei ihm alles abladen, was mir das Leben schwer macht. Bei ihm alles abladen, was mich bedrückt und den Atem nimmt.
Das ist Buße. Sie macht mich frei. Sie eröffnet neue Lebensmöglichkeiten. Sie gibt mir neue Perspektive.
Der dritte Adventssonntag, den wir an diesem Wochenende begehen, steht in besonderem Maße unter dem Zeichen der Buße. Er ist die im Kalender festgemachte Einladung Gottes, dass wir umkehren in seine für uns geöffneten Arme!
Es grüßt Sie
Ihr Pfarrer

Jürgen Huber