Heiliger Geist

„Ich glaube an den Heiligen Geist ….“, so beginnt der dritte Abschnitt des Glaubens­bekenntnisses. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes.

Die Bibel erzählt uns: 50 Tage nach dem Passahfest ist die Jüngerschar des gekreuzigten Jesus von Nazareth öffentlich aufgetreten und hat sich nicht gescheut, die unglaubliche Botschaft von der Auferstehung Jesu - vom Sieg des Lebens über den Tod - unter die Menschen zu tragen.

Nach der Katastrophe von Golgatha hatten sich die Jünger unsichtbar gemacht und verkrochen. Sie hatten um ihr Leben gezittert und lebten in ständiger Furcht vor Bespitzelung und Verrat.

Und dann kam jener Tag, an dem der Heilige Geist über sie ausgegossen wurde.

Damit werden die Jünger und Jüngerinnen Jesu öffentlich und lassen sich durch irdische Mächte nicht mehr in die Knie zwingen.

Sie haben starke Bilder gefunden, um das überwältigende Erlebnis der Befreiung zu beschreiben. Sie sagen: der Heilige Geist ist wie der Wind, der weht, wo er will. Oder: Der Heilige Geist ist wie ein Sturm, der die Angst wegbläst. Oder: Der Heilige Geist ist wie ein Feuer, das wärmt und reinigt. Und: der Heilige Geist ist wie ein Funke, der überspringt und viele, viele erfasst.

Der Heilige Geist ist ein Geheimnis, das unsere Vorstellungskraft sprengt.

Der Heilige Geist ist die dritte Seite oder das dritte Gesicht des dreieinigen Gottes, zu dem wir uns bekennen und in dessen Namen wir jeden unserer Gottesdienste beginnen.

Dieses dritte Gesicht Gottes versucht der Kraft, der Power, der Bewegung und der Lebendigkeit Gottes einen Namen zu geben.

Gott schenkt uns den Heiligen Geist als Lebensfreude und Kreativität. Wir können ihn spüren, den Heiligen Geist.

Jede und jeder kennt die geistvollen Momente, in denen man ganz bei sich ist oder auch außer sich ist.  Es sind Gipfelerlebnisse des Menschseins.

Wenn ein neugebornes Menschenkind zum ersten Mal seine Augen aufschlägt und seine Mutter anblickt. Wenn zwei Liebende sich einander schenken und beschließen, das Leben zu teilen.

Wenn ein Sterbender Abschied nimmt und seinen Atem Gott zurückgibt.

Und - es ist der Heilige Geist, der uns glauben lässt und Gottvertrauen schenkt. Es ist der Geist, der uns reden lässt und beten, lieben und sorgen.

Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns die Hoffnung nicht aufgeben lässt. Es ist ein Geschenk des Heiligen Geistes, dass wir uns in Gemeinden zusammenfinden und damit die Hoffnung auf eine neue Welt vorleben dürfen. Der Heilige Geist ist die Kraft, die sagt, dass bei Gott alle Dinge möglich sind. Alle.

So mag ich an diesem Pfingstfest ganz bewusst und voller Freude einstimmen in das Bekenntnis: „Ich glaube an den Heiligen Geist“ und wünsche Ihnen allen, dass Sie die Kraft des Geistes spüren.

Ihre Pfarrerin Andrea Frank