Himmelfahrt

„Aufgefahren in den Himmel“

 

„Ich sehe keinen Gott - also gibt es ihn doch nicht!“ - so soll ein russischer Kosmonaut gesagt haben, nachdem er mit seiner Rakete ins Weltall geflogen ist. Aber da hat er sich im falschen Himmel umgeschaut! Er war über den Wolken im Weltall. Diesen „Himmel“ meint es nicht, wenn wir im Glaubensbekenntnis sagen: „Aufgefahren in den Himmel“.

Der Himmel, in den Jesus Christus in seiner Himmelfahrt aufgenommen wurde, den kann man nicht mit Raketen erreichen. Der Ausdruck „Himmel“ meint hier den Ort der Gegenwart Gottes. Himmelfahrt heißt: Jesus Christus ist jetzt ganz in der Gegenwart Gottes.

Aber wo ist das?

Nun: Jesus und Gott sind nicht im Himmel zu finden. Sondern der Himmel ist dort zu finden, wo Jesus und wo Gott selbst am Werk sind. Und das ist oft mitten in unserer Welt. Oft an ganz versteckten Orten. Es gilt nur, sie zu entdecken. Es gilt nur, sie wahrzunehmen.

Dieser Himmel kann da aufgehen, wo ein Mensch nicht gedankenlos am Elend eines anderen vorbeigeht. Dieser Himmel kann da aufgehen, wo ein Mensch Interesse am Mitmenschen zeigt. Dieser Himmel kann da aufgehen, wo einer zugunsten des anderen auf einen Vorteil verzichtet. Dieser Himmel kann da aufgehen, wo zwei Menschen sich liebevoll umarmen. Dieser Himmel kann da aufgehen, wo zwei oder drei sich im Namen Jesu versammeln.

Möge dieser Himmel auch über Ihnen aufgehen,

wünscht Ihnen

Pfarrer Jürgen Huber