Konfirmation

Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Das bewusste eigene Ja zum Glauben, zur Annahme der Liebe Gottes. Gott ist bei uns und möchte uns begleiten, wir lassen uns bewusst auf ihn ein. Doch da gibt es z. B. auch die Meinung „Konfirmation nur der Kohle wegen“ - Die Wahrheit ist sicher vielschichtig. Es gibt genügend Zwänge von außen, die einem Jugendlichen die bewusste eigene Entscheidung zu diesem Zeitpunkt schwer machen. Viele Jugendliche sind durchaus interessiert an Glauben und Religion. Aber es besteht viel Unsicherheit, was ist Glaube wirklich, was ist Christsein. Sie finden wie die meisten Erwachsenen nur schwer Worte, ihre Überzeugungen und Glaubenssätze angemessen auszudrücken. Denken wir als Erwachsene doch selbst einmal zurück, warum haben wir uns damals konfirmieren lassen? Da fällt eine spontane und plausible Antwort oft schwer.

Im Konfirmandenunterricht lernen die „Konfis“ die Grundzüge des christlichen Glaubens kennen, prüfen für sich, ob sie der Kirche angehören wollen. Mit der Konfirmation sagen die Konfirmanden und Konfirmandinnen ja zu ihrer Taufe. Die Kirche überträgt den Jugendlichen alle Rechte, die jedes Kirchenmitglied hat und die Gemeinde verspricht, sich für die Interessen der Jugendlichen einzusetzen. Im feierlichen Gottesdienst bittet die Gemeinde, dass Gott auch in schweren Zeiten des Erwachsenwerdens und den Stürmen des Lebens bei den Jugendlichen ist, dass sie Gott bei sich lassen.

Von zentraler Bedeutung ist ferner der Konfirmationsspruch. In ihm konzentriert sich die in der Konfirmandenarbeit praktizierte Beschäftigung mit der Bibel, und die meisten Konfirmandinnen und Konfirmanden suchen ihn selbst und sehr bewusst aus. Die im biblischen Konfirmationsvers aufgenommene Glaubenserfahrung wird wie der Segen als Zuspruch für das vor einem liegende Leben empfunden. In dem persönlich zugedachten Wort und in der Zeichenhandlung des Segens rückt Gottes Beistand sinnfällig nahe.

Der Glaube an Gott und ein Leben als Christ ist nicht „altbackene“ Steinzeit. Auch wenn während des Konfirmandenunterrichtes und nach der Konfirmation viele Fragen offen bleiben, ist es wichtig, dass ein persönlicher Grundstein zum Glauben gelegt ist. Die Gemeinde ist gefordert für die jungen Menschen da zu sein, ihnen mit entsprechenden Angeboten den Aufbau auf dem Grundstein zu begleiten. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden dürfen sich auf Gottes Zusage einlassen, dürfen Gott in Ihrem Leben als starken Begleiter wissen und ein Leben mit ihm wagen.

Mit dem Wunsch, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden den Weg mit Gott finden und wir als Familie, Gemeinde und Freunde sie darin tatkräftig unterstützen, denke ich zurück an den eigenen Konfirmationsspruch: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen."

 

Ihr Bernd Kapp