Kreuz

Das Kreuz ist für mich alles. Ich erinnere mich noch an die Bilder, die Papst Johannes Paul II gezeigt haben. Er hatte stets das Kreuz ganz nah bei sich. Nicht nur um sich hängen, sondern vor allem in den Händen haltend. Das Kreuz ist alles. Das wusste er. Es ist ganz mit ihm als Menschen verbunden. Genau das ist das Kreuz: Gott selbst verbindet sich mit dem Menschen, mit allem, was zu ihm gehört, sogar mit seinem Abgrund. Denn nichts anderes ist das Kreuz: Der Abgrund des Lebens. Wir.

Und Gott sagt: Ich verbinde mich mit Dir. Und der Mensch hat Tränen in den Augen und sieht: Selbst jetzt bist Du da, Gott, was für eine Treue, was für eine Liebe, und ich sehe sie erst jetzt.

Verbunden mit dem Abgrund des Lebens: Mit der Schuld, mit dem Tod, mit der Ohnmacht, mit der Verlassenheit und mit allen menschlichen Tönen dazwischen. Das ist das Kreuz: Gott selbst verbindet sich. Bis ins Tiefste. Gott selbst ist tot.

Bis es passiert, bis der Welt am dritten Tag die Augen aufgehen: Gott selbst überwindet den Tod. Das ist die Botschaft der Auferstehung. Die Welt sieht jetzt dieses: Wenn selbst der Tod überwunden wird, dann gibt es nichts mehr, was stärker sein könnte. Gott siegt. Das Nichts ist vernichtet. Das zu zeigen, brauchte es das Kreuz. So nah und greifbar zugleich ist Gott. Das Kreuz ist alles.

Mit lieben Grüßen zur Passionszeit,

Ihr Pfarrer Alexander Köhrer