Passion

Das Wort „Passion“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Leiden“.

Die Passionszeit erinnert an das Leiden Jesu, seine Gefangennahme und seinen Tod. Höhepunkt der Passionszeit ist die Karwoche. Das „kar“ kommt von dem althochdeutschen Wort „kara“, das heißt Klage, Kummer. Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag. Am Donnerstag in der Karwoche - er heißt Gründonnerstag - denken wir daran, wie Jesus mit seinen Jüngern das letzte gemeinsame Mahl mit Brot und Wein gefeiert hat. Danach ist Jesus in den Garten Gethsemane gegangen und hat dort voller Todesangst gebetet. Mutterseelenallein ringt er um sein Schicksal. Schließlich kommt es zu Verrat und Verhaftung. Am Tag darauf, am Freitag, wird Jesus an den römischen Statthalter Pontius Pilatus übergeben. Der lässt ihn, obwohl er keine Schuld an ihm findet, vor der Stadt auf dem Hügel Golgatha kreuzigen. Jesus stirbt und schreit: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Der Karfreitag - wahrlich ein Tag zum Heulen.

Deshalb schweigen am Karfreitag die Glocken der Kirchen und in manchen Kirchengemeinden wird auch keine Orgel gespielt, oft ist der Altar abgeräumt, die Kerzen werden gelöscht.

Wir feiern am Karfreitag nicht das Sterben des Gottessohnes, der ans Kreuz geschlagen wird, sondern wir feiern, dass Gott uns so sehr liebt, dass er in all unsere Dunkelheiten hineinkommt. Dass Jesus Christus selbst erfahren hat, wie sich Angst, Dunkelheit, Schmerzen, Ohnmacht anfühlen, und dass er dies mit uns teilt. An diesem Tag im Jahr bringen wir alle miteinander die Erfahrung mit, dass Gott das Leiden von uns Menschen nicht einfach wegnimmt, aber dass er mit uns mittendrin ist. Das ist es, was wir in der Karwoche und besonders am Karfreitag feiern.

Wenn ich am Karfreitag im Gottesdienst bin, dann darf ich all meine persönlichen Karfreitage ob vom 6. September oder vom 5. Juni oder vom 10. Januar vor Gott bringen und erleben, dass Gott mir in all meinen Karfreitagen nahe ist.

 

 

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Andrea Frank