Vater

Vater ist mehr als ein Mann

Gott wird als Vater bezeichnet. So unser Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater … Das ist ein Bildwort. Dabei haben wir doch gelernt, dass wir uns von Gott keine Bilder machen sollen. Ja. Der ewige Gott lässt sich durch nichts Menschliches fassen. Aber wir brauchen Bilder. Ohne sie können wir gar nicht leben. Jesus selbst benützt sie. Er prägt entscheidend dieses Bild: Gott als Vater. Er sagt sogar Abba. Das ist eine liebevolle Form von Vater. So ist Gott, auch wenn er viel mehr ist: Ein liebevoller Vater.
Ein Gott auf Augenhöhe, auch wenn er viel mehr bleibt. Ich kann Du sagen. Er schaut mich an. Ich kann, wenn ich ins Schiefe gelaufen bin, mich umdrehen und dann das Absolute sehen: Seine offenen Arme. Und was für welche. Ich höre, wie er alles zurücklässt, wie er alles unternimmt, um den, der sich völlig verirrt hat, zu finden. Ich lese, wie sich sein Inneres förmlich umdreht, weil er vor Mitleid und  Schmerzen an jemanden denkt. Ich erfahre, er gibt sich bis zum Letzten her. Ich lese weiter: Er ist immer da. Bei ihm gibt es keine Nachtruhe. Mit meiner Bitte kann ich sogar unverschämt sein.
Gott als Vater ist mehr als ein Vater. Gott als Vater ist mehr als ein Mann. Und trotzdem: Das Bild hilft uns, Gott zu verstehen. Da ist es ratsam, ein Doppeltes zu tun: Mit dem Bild das abrufen, was positiv gemeint ist und erlebt wurde, und dabei Gott ja nicht mit einem irdischen Vater zu verwechseln.
Vater ist mehr als ein Mann. Bei Gott ist es sogar sehr ratsam, die anderen Bilder daneben zu stellen. So heißt es von Gott in Jesaja 66,13: Ich will Euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Das sind keine Widersprüche. Die verschiedenen Bilder zeigen uns vielmehr die unendliche Fülle dessen, den wir als Menschen nie fassen können.
Ich höre und spüre bei dem Wort „Vater“ Sicherheit. Ich erlebe Geborgenheit. Verlässlichkeit. Stärke. Wärme. Jesus sagt: Vater unser. So nah ist er. Das höre ich: Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst. - Was für ein Bild.

Mit lieben Grüßen


Ihr Pfarrer

 

Alexande Köhrer