Wunder

Herr N. muss ins Krankenhaus. Die niederschmetternde Diagnose lautet: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Er wird behandelt, damit der Tumor nicht weiter wächst. Nach einiger Zeit stellen die Ärzte zu ihrer Überraschung fest, dass der Tumor sich spontan verkleinert - und schließlich ganz verschwindet. Herr N. ist geheilt! Wer würde an seiner Stelle nicht Gott für seine Heilung danken?

Ein Wunder? Den Ärzten ist das plötzliche Verschwinden eines Tumors nicht unbekannt. Der Vorgang ist in der Fachwelt bekannt als „spontane Remission“. Das kommt zwar selten, aber immer wieder vor; weltweit sind schon einige solcher Fälle beschrieben. Es ist die Aufgabe der Ärzte, diese Vorgänge weiter zu erforschen, um künftig den Kranken besser helfen zu können.

„Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind“: so sagt Dr. Faustus in Goethes Faust. Da hat er Recht: Wenn ich an Gott glaube, kann ich sein Wirken in der Welt erkennen. Dann kann ich auch seine Wunder sehen: Heilung von Krankheit, die Geburt eines Kindes, Rettung aus der Not … Damit ist die Naturwissenschaft nicht außer Kraft gesetzt. Bei der Behandlung von Krankheiten hat sehr wohl der Arzt seinen Platz und seine Aufgabe, und auch die Geburt eines Kindes geschieht unter fachlicher Aufsicht und Begleitung. Trotzdem wissen Christen um die Begrenztheit ihres Tuns; letztlich wissen wir alles in Gottes Hand. Und für dankbar sein für seine Wunder.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Ulrich Clauß