Aktion Klimafasten

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Fasten bedeutet, wieder zu dem zu finden, was wesentlich ist, schädliches, lebensfeindliches und gottfernes Verhalten abzulegen. Ein besonderes Angebot gibt es erst seit kurzem: Die Aktion „Klimafasten“ der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland, die auch von der Württembergischen Landeskirche wie auch von der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt wird.

Woche für Woche geht es darum, das eigene Verhalten und Konsumieren zu überprüfen, kleine Schritte konkret anzugehen, um den eigenen Beitrag dazu zu leisten, mehr Klimaschutz möglich zu machen. Auch diese Aktion ist getragen von der Zuversicht, dass es möglich ist, Veränderungen zu bewirken, gleichzeitig aber auch von der ernsten Sorge darum, was wir Menschen dieser Welt und dem Klima antun.

Wir möchten Sie in diesem Jahr dazu aufrufen, sieben Wochen lang ihr Augenmerk auf den eigenen ökologischen Fußabdruck zu legen, tätig zu werden und mit kleinen Schritten der Veränderung zu beginnen. Mit dieser Fastenaktion stellen wir uns in die christliche Tradition, die in der Zeit vor Ostern des Leidens gedenkt und bewusst Verzicht übt, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen.

Der Klimawandel verursacht Leiden, denn er gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen.  Klimaschutz macht Verzicht erforderlich. Aber immer wieder ist es ein Gewinn, wenn es gelingt, alleine oder in der Gemeinschaft das Leben klimafreundlicher zu gestalten.

Jede Woche steht unter einem anderen Motto, stellt einen ökologisch wichtigen Bereich in den Vordergrund. Dabei ist stets EINE WOCHE ZEIT ...

... für meinen ökologischen  Fußabdruck

... für meine Energie

... fürs Lebensmittelretten

... für faire Informations- und Kommunikationstechnologie

... für eine andere Mobilität

... für ein plastikfreies Leben

... für gemeinsame Veränderungen

Die Aktionsmaterialien liegen in begrenzter Stückzahl in der Kirche und in den Gemeindehäusern aus. Papierfrei finden Sie die Materialien auf unserer Homepage unter https://www.evangelisch-in-rottenburg.de/angebote-gruppen-und-kreise/klimafasten/ oder unter www.klimafasten.de

1. Woche Klimafasten: Mein ökologischer Fußabdruck

Wir Menschen in Deutschland verursachen im Schnitt 11 t Klimagase im Jahr, der eine nur 5 t und weniger, die andere 18 t und mehr, je nach Lebensstil. Es sind auch die täglichen Gewohnheiten, die den persönlichen Fußabdruck bestimmen und beeinflussen, wie stark wir zur Klimaerwärmung beitragen. Mit den folgenden 12 Fragen können Sie selbst einschätzen, wie gut Sie bereits auf eine klimaverträgliche Lebensweise achten.

Hier geht es zum Selbsttest für ihren ökologischen Fußabdruck.

2. Woche Klimafasten: Energieverbrauch

Ein wohlig warmes Wohnzimmer, Musik aus der Stereoanlage, eine gut beleuchtete Arbeitsfläche, eine warme Dusche... Zentralheizung und Strom machen das Leben angenehm. Aber dafür benötigen wir trotz vieler sparsamer Geräte immer noch sehr viel Energie. Je weniger, effizienter und bewusster wir heizen, beleuchten oder kochen und je mehr Sonne und Wind wir dazu nutzen, desto besser für das Klima und umso leichter fällt der Kohleausstieg. Was wir tun können, dazu gibt es hier Anregungen.

3. Woche: Lebensmittel retten

Werfe ich viele Lebensmittel weg? Die meisten Menschen würden vermutlich „Nein“ antworten. Trotzdem landet in Deutschland jedes zehnte Lebensmittel in der Tonne. Das ist nicht nur unverantwortlich angesichts von 800 Mio. Hungerleidenden weltweit, sondern auch jammerschade: Die Herstellung von Nahrungsmitteln verbraucht Ressourcen, die mit dem Wegwerfen sinnlos verschwendet werden. Lernen wir in dieser Woche also, mit Lebensmitteln sorgsamer umzugehen.

4. Woche: Elektronik-Konsum

Ganz ehrlich: Nutzen wir nicht gerne und fast selbstverständlich Smartphone, Tablet und Co, genießen die Vorteile eines Smart TV und nutzen Streamingdienste? Machen wir uns bewusst, wel-chen Einfluss Computer, Internet und elektroni-sche Medien auf unsere Umwelt und unser Klima haben. Lernen wir, wie wir durch einen bewuss-ten Umgang mit IT viel Energie und Rohstoffe sparen können.

5. Woche: Mobilität

Bei der Belastung von Umwelt und Gesundheit durch Auto- und Reiseverkehr ist kein Fortschritt in Sicht: Die Länge der Staus auf den Straßen nimmt Jahr für Jahr zu – 2018 waren es unglaubliche 1.528.000 km. Der Flugverkehr über Deutschland stieg um 4,2 % gegenüber 2017. Bereits eine 14-tägige Kreuzfahrt verursacht über 3 t CO2 pro Person. Solche Zahlen machen die Suche nach klimafreundlichen und gesunden Alternativen dringender denn je.