Gebete

Wir möchten Ihnen hier Gebete anbieten, auf die Sie in dieser schwierigen Zeit zurückgreifen können. Vielleicht aber möchten Sie uns auch eigene Gebete zum Veröffentlichen zukommen zu lassen. Diese können Sie uns an die Mailadresse  pfarramt.rottenburg-sueddontospamme@gowaway.elkw.de (Betreff: Gebet) senden. Ebenso greifen wir gerne Gebetsanliegen auf, die wir vertraulich behandeln, aber wenn es gewünscht wird, können wir auch Ihr Gebetsanliegen auf unserer Homepage veröffentlichen (dies bitte deutlich kennzeichnen!).

Auch unter evangelisch.de finden Sie Gebetsgemeinschaften und Gebete.

 

Bruder der Zweifelnden sein

Das wirkliche Vertrauen gründet sich nicht darauf, dass einer vor Erschütterungen bewahrt wurde; es wächst herauf, wo die Erfahrung zuteil wird, mitten in aller Bedrohung aushalten zu können.

 

O Gott,

tritt hervor

aus dem Dunkel.

Ich leide,

wenn Du Dich mir

so ganz verbirgst.

Dein Schweigen

Lähmt mich.

Wie lange willst Du mir

Deine Tröstungen entziehen

und der Verlassenheit

mich preisgeben?

 

O Gott, meine Seele hat keine Schutzmauern,

die sie bewahrten

vor dem Ansturm des Argwohns.

Ich leide,

und doch frage ich mich:

Warum sollte ich nicht

Bruder der Zweifelnden sein

Und ihr Entbehren teilen?

 

Denen will ich meine Stimme leihen,

die verstummt sind

in ihren Erschütterungen,

meinen Geschwistern, Gott,

die Dich verloren.

Glauben möchten wir Dich

und sind doch voller Widerstände.

Unsere Sehnsucht sucht Dich,

unsere Angst aber flieht vor Dir.

 

Sei wieder unter uns,

Gott,

denn ohne Doch

verdirbt unser Leben.

(Sabine Naegeli, aus: Die Nacht ist voller Sterne. Gebet in dunkler Zeit)

 

 

 

Gebet in der Coronakrise

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.

Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Bitte tröste Jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.

Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

 

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.

Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,

Niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen,

dass Normalität wieder einkehren kann.

 

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.

Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.

Dass Du allein ewig bist.

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir.

Danke

 

 

In den Tag finden

Lass ihn ein,

den neuen Tag,

den mühsalschweren

mit seinem grauen Gewand.

Bote ist er, Anruf,

heute das Leben

zu wagen.

 

Nicht der Tag

Macht dich arm,

der die Last aufbürdet,

dem Schmerz

dich ausliefert.

Arm bleibst du nur,

wo du dich weigerst,

zu lieben,

wo du dich wehrst,

das Unvollkommene

zu umarmen,

den Kreuzweg

mitzugehen.

Fürchte nichts!

Unerschöpflich

Sind die Quellen dessen,

der sich dir zugesagt

für jeden neuen Tag.

(Antje Sabine Naegeli)