Tagesimpuls in Corona-Zeiten

An dieser Stelle wollen wir in der nächsten Zeit, in der wir aufgrund der Corona-Krise unsere Kontakte drastisch einschränken und unser Gemeindeaktivitäten aussetzen müssen, jeden Tag einen geistlichen Impuls geben, den Sie gerne auch ausdrucken und Menschen in den Briefkasten werfen können, die keinen Zugang zum Internet haben. An den Sonntagen gibt es anstelle des Impulses entweder einen Online-Gottesdienst oder einen ausgearbeiteten Gottesdienstentwurf zum download. Nachfolgend finden Sie den aktuellen Tagesimpuls, die bisherigen Tagesimpulse stehen unten im Archiv als download zur Verfügung

Tagesimpuls für Donnerstag, den 09. April 2020 von Pfarrerin Stefanie Luz

Du, der weiß

Du, der weiß, was Menschen bewegt

an Hoffnung, Zweifel,

Torheit, Freude, Lust und Ängstlichkeit.

 

Du, der das Denken, jedes Wort

nach der Wahrheit abwägt,

und was unsagbar ist, unmittelbar versteht,

prüfst unser Herz,

du, der größer ist als unser Herz.

Jeden von uns hast du angeschaut.

Und niemand,

der bei dir nicht einen Namen hat.

 

Und niemand fällt, der nicht fällt in deine Hände.

Und niemand lebt,

der nicht lebt auf dich hin.

 

Doch nie hat jemand dich gesehen.

In diesem Weltall

bist du unhörbar: Und tief in der Erde

klingt deine Stimme nicht.

Und auch nicht aus der Höhe.

Und niemand,

der in den Tod hineingegangen ist,

kam je zurück, um uns von dir zu grüßen.

An dir hängen wir,

nach dir sind wir benannt,

du allein weißt, was das bedeutet.

Wir nicht.

Wir gehen mit blinden Augen durch die Welt.

Manchmal erinnern wir uns eines Namens,

einer Geschichte, die uns überliefert ist

von einem Menschen, der voll von deiner Kraft war,

Jesus von Nazaret,

ein Sohn des Abraham.

 

In ihm sei deine Gnade uns erschienen

Und deine Treue. Ein für allemal

Sei an das Licht gekommen,

wie du bist: wehrlos und selbstlos,

Diener der Menschen.

Er war so, wie wir sein möchten,

ein Mensch aus Gott, ein Freund, ein Licht, ein Hirte,

einer, der nicht aus Eigennutz gelebt hat

und nicht vergeblich,

fruchtlos dann gestorben ist.

 

Der in der letzten Nacht, da er noch lebte,

das Brot gebrochen hat und ausgeteilt

und hat gesagt:

Nehmt alle, esst, das ist mein Leib,

so sollt ihr tun zu meinem Gedächtnis.

Dann nahm er auch den Becher,

und er sagte:

Das ist der neue Bund, das ist mein Blut.

Das wird vergossen

zur Vergebung eurer Sünden.

Wenn ihr aus diesem Becher trinkt,

dann denkt an mich.

 

Darum nehmen wir zu seinem Gedächtnis

das Brot und brechen es füreinander,

damit wir wissen, was uns erwartet,

wenn wir leben, wie er uns vorgelebt.

 

Und wenn du ihn aus dem Tod gerettet hast,

Gott, wenn er tot und begraben,

doch lebt bei dir: Dann rette uns auch

und halte uns am Leben,

führ dann auch uns

durch den Tod hindurch.

Und mach uns neu,

denn warum er-

und warum wir nicht -

 

wir sind doch auch Menschen.

 

Mit diesem Text von Huub Oosterhuis grüße ich Sie herzlich an Gründonnerstag und lade Sie, ein heute Abend mitzufeiern: Auf der Homepage finden Sie den Gründonnerstagsgottesdienst mit Liedern aus Taize aus dem ev. Gemeindezentrum zum 9.4. 2020 um 20 UhrSchalom – Friede sei mit Dir – wünscht Pfarrerin Stefanie Luz